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Quartier Marais in Paris

Fabelhaftes Marais – Wo ich mich in Paris verliebt habe

Nicole Manstedt · 16.07.2017 · Europa, Frankreich, Paris

Tief in literarische Gedanken versunken, umgeben von einem Schleier der Verträumtheit laufe ich durch das Marais Viertel. Hier bin ich verliebt. Verliebt in dieses wunderschöne charmante Viertel. Verliebt in die Stadt. Verliebt in Paris. Savoir, vivre heißt, den Moment zu genießen und das mache ich. Beim schlendern durch die kleinen Gassen, mal auf einer Parkbank am Place des Vosges oder im schönen Café bei Cappuccino und leckeren kleinen Törtchen. Heute nehme ich dich mit und gebe dir einen kleinen Einblick in mein Lieblings-Viertel von Paris.

Inhalt

  1. Lebendiges Viertel mit Charme
  2. Place des Vosges – Einer der ältesten Plätze von Paris
  3. Miss Malon – Großartiger Kaffee und leckerer Kuchen
  4. Zentrum des jüdischen Lebens in Paris
  5. Kreative Hinterhöfe
  6. Meine Gedanken zum Schluss

Lebendiges Viertel mit Charme

Es war nicht der Eiffelturm, auch nicht der Louvre, die mein Herz im Sturm eroberten. Es war ein kleines charmantes Viertel im 3. und 4. Arrondissement. Von der Bastille in Richtung Westen bis zum Centre Pompidou erstreckt sich das Marais-Viertel und darin gelegen ein bunter Mix aus Menschen und Kulturen.

Marais bedeutet übersetzt Morast und war lange Zeit ein Sumpfgebiet. Angehörige des Tempelordens sorgten im 13. Jahrhundert dafür das es trockengelegt wurde und umschlossen das Gebiet mit neuen Stadtmauern. Im 17. Jahrhundert entstand hier dann eine vornehme Wohngegend für den Adel, der im Zuge der Französischen Revolution wieder vertrieben wurde. Zurück blieben die prächtigen Kaufmannshäuser und Stadtpaläste, die im 18. Jahrhundert in kleinere Wohnungen aufgeteilt wurden, in den Arbeiter und Handwerker sich niederließen.

Im Laufe der Zeit geriet das Viertel immer mehr in Vergessenheit. Die Hauser wurden baufällig und verfielen. Erst in den 70ern wurde wieder renoviert und das gesamte Viertel erhielt seinen ursprünglichen Glanz zurück. Heute gehört das Marais zu den facettenreichsten Vierteln in Paris. Hippe Stores, nette Cafés, Boutiquen und Galerien. Eine bunte Mischung die das Marais so lebendig und charmant macht.

Place des Vosges

Der Place des Vosges ist einer der ältesten Plätze von Paris und gilt auch als einer der schönsten. Der Platz wurde vom französische König Heinrich IV. In Auftrag gegeben und hieß ursprünglich mal Place Royal. 36 Palais umranden den Platz. Eine vollkommene Harmonie in stilsichererer Einheit, jedoch vorgetäuscht durch eine zweite Ziegelfassade aus Gips, da das Künstliche echter wirkt als das Echte. Alles sollte perfekt werden für die Doppelhochzeit seines Sohnes und seiner Schwester, doch Ludwig hat das nicht mehr erlebt. Er wurde zwei Jahre zuvor ermordet. Im Laufe der Jahre folgten viele berühmte Bewohner. Auch Victor Hugo hatte hier sein Appartement. Im Haus Nummer 6 in der zweiten Etage. Heute befindet sich hier ein Museum. Draußen in den Arkaden findest du teure Boutiquen, Kunstgalerien und feine Gourmettempel, auf dem Platz die echten Menschen.

Miss Manon – Großartiger Kaffee und leckerer Kuchen

Zugegeben in Paris findest du an jeder Ecke bezaubernde Bäckereien und die himmlischsten Kreationen an Kuchen, aber einen guten Kaffee zu bekommen ist schon schwieriger. Oftmals viel zu teuer und dann besteht er zur Hälfte aus Schaum und schmeckt einfach nicht. Auch eine freundliche Bedienung ist Glückssache. Die Bedienungen sind oftmals gelangweilt, wirken arrogant, sprechen meist kein Englisch oder wollen es einfach nicht.

Im Miss Manon mit diesen leckeren kleinen Törtchen in der Auslage, gibt es zum Beispiel keine Toilette. Wir haben gefragt und ein schroffes „nein“ erhalten. Ein paar Meter weiter findest du dafür eins dieser modernen sich selbst reinigenden Toilettenhäuschen.

Ich weiß, das klingt jetzt nicht nach einem Grund, sich in dieses Viertel zu verlieben, aber dadurch solltest du dir deine Freude am Entdecken von Paris nicht verderben lassen. Es ist der erste Kontakt und schon beim zweiten wird es besser. Vertrauen muss man sich verdienen und es gibt auch Ausnahmen.

Schon bei unserem zweiten Besuch im Miss Manon konnte ich der Bedienung ein Lächeln abgewinnen und der Kaffee schmeckt einfach großartig.

Zentrum des jüdischen Lebens in Paris

Den Tagen der Vergangenheit begegnest du in den engen Gassen und Straßen des Jüdischen Viertels.

Ein Rabbiner mit Hut und Schläfenlocken schiebt seinen Kinderwagen an mir vorbei, an der Hand ein kleines Mädchen das mich verstohlen anlächelt. Das Marais ist auch das Zentrum des jüdischen Lebens in Paris. Rund um die Rue des Rosiers finden sich zahlreiche Synagogen, koschere Lebensmittelläden, darunter jede Menge jüdische Falafel-Stände und eine Bäckerei in der du sogar koscheren Apfelkuchen kaufen kann.

Am jüdischen Schabbat sind viele der Restaurants geschlossen, dafür haben die Geschäfte aber am Sonntag auf.

Die versteckten Höfe

Hinter Efeu berankten Mauern findest du ein Netz aus versteckten Höfen mit Galerien und kleinen Läden in denen gemalt, gehämmert und gebastelt wird. So ursprünglich und außerordentlich lebendig. Nimm dir Zeit zum Entdecken und vielleicht ergibt sich sogar ein Gespräch mit einem der Inhaber, der dir noch mehr über das bezaubernde Viertel erzählen kann, so wie ich es niemals könnte. Für mich ist es einfach nur ein schönes Viertel, in dem man so viele wunderbare Dinge entdecken kann. Stunden vergehen und doch gibt es immer was Neues zu sehen.

Zusammenfassung und Fazit

Paris ist facettenreich. Mal sexy, mal sündig, mal augenzwinkernd, immer auf der Suche nach einem kreativen Gleichgewicht. Umgeben von einem nostalgischen Hauch und dann wieder total hipp und offensiv frisch. Paris ist ein Lebensgefühl, die Sehnsucht nach einem ganz besonderem Moment, der niemals vergeht. Ich habe meinen im Marais gefunden.

Was ist dein Liebligsviertel in Paris? In welchen Stadtteil hast du dich verliebt?

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