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Bezaubernder Altstadtflair in den mittelalterlichen Gassen von Limburg

Bezaubernder Altstadtflair in den mittelalterlichen Gassen von Limburg

Nicole Manstedt · 27.08.2017 · Deutschland, Europa, Limburg

Limburg hat ein wirklich fantastisches Altstädtchen mit herausgeputzten Fachwerkhäusern und einem ganz eigenen mittelalterlichen Charme. Ich schlendere vorbei an schmucken Burgmannenhöfen und Stiftsherrenhäusern, Wohnhäuser wohlhabender Patrizier- und zahlreichen Hallenhäuser, den typischen Geschäfts- und Wohnhäuser der früheren Handelsherren und in meinem Kopf spielen sich mittelalterliche Szenen ab. Ich sehe Marktschreier und Händler, wie sie ihre hölzernen Karren rumpelnd über das Kopfsteinpflaster ziehen, eine dicke Frau, die den Inhalt eines Nachttopfs in die Gasse schüttet, der sogleich in einem gelblichen Rinnsal am Bordstein entlang fliest, ein paar Kinder, die versuchen ein entlaufendes Huhn einzufangen und zwei zeternde Marktweiber, die sich um das letze Stück Käse streiten.

So oder so ähnlich könnte es vor über 500 Jahren hier zugegangen sein aber heute an einem sonnigen Sonntagnachmittag genießt hier jeder den wundervollen Altstadtflair. Stadtbewohner sowie Touristen flanieren durch die Straßen, man hält hier und da ein Schwätzchen oder sitzt in einem der unzähligen schicken Cafés und trinkt einen dieser Flat Whites mit Karamellaroma. Der rauhe mittelalterliche Wind ist dem modernen Zeitalter gewichen, aber ohne aneinandergereihte Betonklötze und Fastfoodketten. Die gibts sicherlich auch in Limburg, aber die Altstadt rund um den Limburger Dom ist einfach bezaubernd.

Einer der schönsten Plätze in der Limburger Altstadt ist der Fischmarkt. Schon von weitem sehe ich ein sonnengelbes Haus, das eng umschlungen zwischen zwei weiteren Fachwerkhäusern schief zum Himmel ragt. Ein wahrlich bizarrer Anblick. Wie muss es sich anfühlen dort in der obersten Etage zu stehen und runter auf den Platz zu schauen, auf dem früher nicht mit Fisch, sondern Wolle gehandelt wurde.

Nur wenige Meter weiter in der Brückengasse steht das Haus der sieben Laster. Sieben in die Balken geschnitzt Holzköpfe mit fürchterlichen Grimassen starren mich an, als ob sie mir ihre Verachtung für alles Weltliche entgegen schmeißen. Die sogenannten Neidköpfe kenne ich schon aus Idstein und zieren viele alte Fachwerkhäuser. Hier verkörpern sie die sieben Todsünden. Die alte Polstercouch vorm Haus daneben wohl die Vergänglichkeit.

Gegenüber der Römer 2-4-6 ist vielleicht noch interessanter. Ein gotisches Hallenhaus dessen älteste Teile aus dem Jahr 1289 stammen. Der Römer 2-4-6 ist damit das zurzeit älteste Gebäude in der Limburger Altstadt. Ich bin wirklich beeindruckt wie gut erhalten alles noch ist. Die altehrwürdige Dame hat immerhin schon über 800 Jahre auf dem Buckel. Aber in Limburg wird viel für den Erhalt des Stadterbes getan. Immer wieder wird saniert, restauriert und dafür gesorgt, die Schätze der Vergangenheit zu erhalten. 1978 gab es dafür sogar eine Goldmedaille.

Eine weitere Besonderheit vergangener Tage sind die Hallenhäuser mit ihren ebenerdigen und großräumigen Untergeschossen, in die die Händler früher ihre Fuhrwerke zum Ent- und Beladen hineinschieben konnten. Eine praktische Bauweise, die heute Restaurants, Cafés, Werkstätten und Geschäften jede Menge Platz bietet. Das Haus Kleine Rütsche 4 mit den roten Spitzbogen ist auch so ein Hallenhaus.

In Limburg gibt es so viel Schönes zu entdecken. Verwinkelte Gassen an deren Ende wieder neue Fachwerkhäuser mit wundervoll verzierten Fassaden und hübschen Erkern auf mich warten. Oder auch versteckte Pfade, die auf den ersten Blick gar nicht wie ein Weg aussehen und mich dann zu ganz bezaubernden Orten führen, wo Rosensträucher wild an Hausfassaden ranken. Ein ganz wunderbarer Ort.

Ich arbeite mich staunend und bewundernd durch die pittoresken Gassen, bis ich vorm Limburger Dom stehe. Ein beeindruckendes Gebäude. Doch rein komme ich leider nicht. Es findet gerade eine Taufe statt. Also laufe ich hier ein wenig herum, inspiziere noch das angrenzende Burggelände und hüpfe dann die Stufen der großen Domtreppe runter auf die Kolpingstraße und weiter runter bis zum Bischofsplatz, wo ich mir erst mal eine Verschnaufpause in einem der schönen Cafés gönne.

Dann gehts weiter über die Barfüsserstrasse, vorbei an der Kaffeerösterei, dem Kornmarkt und durch die hübsche Salzgasse, alles fabelhafte Straßen und Plätze mit jeder Menge Details zum Entdecken. Hervorstehende Erker, verzierte Balken und allerlei Schmuckelemente. Alles sehr schön anzusehen.

Natürlich darf ein Abstecher zur Alten Lahnbrücke bei einem Limburg Besuch nicht fehlen und ich besuche noch den heiligen Nepomuk, der hier wacker die Stellung hält. Noch nicht ganz so lang und mittlerweile auch nicht mehr im Original. Das steht seit den 60ern sicher aufbewahrt im Stadtarchiv. Von der Brücke blicke ich über den Fluß rüber zum Dom. Knallrot mit 7 Türmen thront Limburgs Wahrzeichen auf der Anhöhe und über der Stadt. Ein meisterhafter Anblick der sich im Wasser spiegelt. Ich mache noch schnell ein paar Bilder und dann gehts mit jeder Menge Fotos und neuen Geschichten zurück nach hause.

Was hast du in Limburg erlebt? Kennst du vielleicht noch einen schönen Platz, ein nettes Café oder ein Restaurant, wo man gut essen kann? Dann verrate es uns in einem Kommentar unter diesem Artikel.

6 Kommentare:
  1. Limburg ist meine Heimatstadt, wo ich zum Gymnasium ging! Liebe diese Stadt and der Lahn heiß und innig!!!!

    Walli Pagniello · September 02, 2017
    • Freut nich, das es dir dort so gefällt. Ist auch eine wunderbare Stadt 😊

      Nicole Manstedt · September 02, 2017
  2. So beautiful! This town is also on my half-timbered list! 🙂

    California Globetrotter · September 01, 2017
    • Limburg is definitely worth a visit 😊

      Nicole Manstedt · September 02, 2017
  3. I love your pictures !!

    JM · August 28, 2017
    • Thank you very much Manuel 😊🙏🏻🌺

      Nicole Manstedt · September 02, 2017

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