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Blick in ein Restaurantschaufenster, in dem mehrere gebratene Ferkel hängen, im Hintergrund, sieht man den Koch

Faszination Hongkong (Teil 13) – Überraschungen und Gegensätze

Nicole Manstedt · 08.05.2016 · Asien, China, Hongkong

Zum Abschluss meiner “Faszination Hongkong”- Reihe möchte ich dir noch ein paar lustige und teilweise skurrile Geschichten mit auf den Weg geben. Gerade Hongkong birgt jede Menge Überraschungen und ist für mich die Stadt der Gegensätze schlechthin.

Inhalt

  1. Andere Länder – andere Sitten
  2. Die liebe Technik, ohne die es in Hongkong nicht geht
  3. Hongkong Chinesen lieben Kuchen
  4. Zwischen Garküche und Gourmet-Tempel
  5. Mid-Level-Escalator – Die längste Rolltreppe der Welt
  6. Hongkong – Das Shopping-Paradies
  7. Flower Market, Bird Garden und Goldfish Market
  8. Meine Gedanken zum Schluss

Andere Länder – andere Sitten

Ich habe mich immer gefragt wieso Asiaten eine Gesichtsmaske tragen und ob sie es nur hier in Europa machen. In Hongkong trägt gefühlt jeder Zehnte eine und das scheint ganz normal zu sein. Sie machen es zum einen wegen dem Smog und zum anderen aus Rücksichtnahme auf ihre Mitmenschen, wenn sie selbst krank sind.

Andererseits habe ich selten einen Ort kennengelernt an dem so viel gespuckt wird. Ja du hast schon richtig gelesen. Da wird geräuschvoll aus den tiefsten Tiefen Unerwünschtes aus dem Körper gezogen und nach draußen befördert. Jedoch spuckt hier keiner auf den Bürgersteig, sondern in den Gully, ins Rinnsal oder ganz einfach vor deinen Augen in den Mülleimer. Für uns Europäer ist das eine Gepflogenheit, die doch mehr als befremdlich wirkt und an die ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen werde. Aber so ist es dort nun mal.

Die liebe Technik, ohne die es in Hongkong nicht geht

Was man auch immer wieder hört ist, dass dort jeder mit einem Handy am Ohr rumläuft. Und tatsächlich ist es auch so. Wenn du dich in Hongkong umschaust, hat fast jeder ein Handy in der Hand, ist gerade am Telefonieren, am Chatten, surft im Internet oder spielt irgendwelche Games.

Wenn du in die MTR einsteigst sind alle in ihre Mobiltelefone, iPads oder Tablets vertieft, eins größer als das andere. Der Trend scheinen hier große und noch größere Displays zu sein. Die Augen werden auch beim Laufen kaum vom Mobilgerät abgewendet, sodass es auch durchaus passieren kann, dass dir jemand direkt vor die Füße schlurft. 

Besonders lustig dazu auch die Durchsage in jeder MTR an den Rolltreppen: „Don´t keep your eyes only on the mobilephone“ und wenn du dich dann umschaust, stellst du fest, das alle genau das machen und sich dabei die Rolltreppe nach oben schieben.

Aber nicht das du jetzt denkt die MTR ist zu jeder Uhrzeit brechend voll und du musst dir in der Bahn einen Sitzplatz erkämpfen. So ist es nicht. Da die Sitzplätze seitlich zur Bahn angeordnet sind und es eh mehr Steh- als Sitzplätze gibt, steht man sowieso öfters als man sitzt, aber wirklich richtig voll war die Bahn nur zu den typischen Stoßzeiten. Trotzdem hatte ich auch dann nie das Gefühl eingeengt zu sein. Es drängelt keiner oder drückt dich unhöflich zur Seite. Du hast trotz voller Bahn immer noch genügend Platz dein überdimensionales Mobiltelefon zu bearbeiten.

Hier wieder ein Tipp: Wenn du ebenfalls so mobil wie die Hongkong Chinesen sein möchtest, kannst du dir eine Prepaid-Discover Hong Kong Tourist-SIM-Karte im Tourism Board direkt am Star Ferry Pier kaufen.

Den 8-Tages-Pass inklusive Daten-Roaming für Macau gibt es für 118 HKD, also umgerechnet ca. 13 €. Weitere Informationen findest du wieder auf der Homepage von Discover Hongkong.

Hongkong Chinesen lieben Kuchen

Die Küche in Hongkong könnte nicht gegensätzlicher sein. Da läufst du an netten kleinen Cafés vorbei, in der Auslage die tollsten Kreationen an Kuchen und Gebäck und gleich daneben starrt dich ein riesiger Fisch aus dem Schaufenster an.

Aber mal der Reihe nach. Grundsätzlich hätte ich nicht erwartet, dass Chinesen so auf Kuchen stehen, aber tatsächlich gibt es hier an jeder Ecke kleine Läden mit Gebäck, Kuchen und wunderschön aussehenden kleinen Törtchen. Meistens sind es kleine Geschäfte, ohne Sitzgelegenheit, wo du dir etwas aussuchst und wieder gehst. Der Kaffee im Pappbecher wurde hier um das Törtchen to go erweitert.

Besonders erwähnenswert ist das Agnes b. Café in der Moody Road auf der Kowloon Seite, wo es uns wegen der gemütlichen Atmosphäre, dem leckeren Cappuccino und der feinen Patisserie ganz oft hingezogen hat. Agnes b. kannte ich vorher nur als französische Kosmetikmarke und war ganz überrascht hier in Hongkong auch Modeboutiquen und Cafés vorzufinden. Bei den Cafés handelt es sich um eine Kette, die du in ganz Hongkong verteilt findest, so auch in vielen Shopping Malls wie der ifc Mall im Central, am Time Square in Causeway Bay oder im Harbour City in Tsim Sha Tsui.

Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten Egg Waffls, die es an jeder Ecke zu kaufen gibt. Ich kann jetzt gar nicht genau sagen aus welchen Zutaten der Teig hergestellt wird, aber sie schmecken einfach köstlich. Außen knusprig und innen weich und einfach ein ganz spezieller Geschmack, der nicht vergleichbar mit unseren Waffeln ist. Wenn du in Hongkong bist, solltest du die unbedingt probieren. Ich mag sie am liebsten pur, wenn sie frisch aus dem Waffeleisen kommen und noch warm sind. Es gibt sie aber auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen oder gefüllt mit Früchten.

Eine andere Spezialität, die in Hongkong und die vor allem auch auf der portugiesisch geprägten Insel Macau verbreitet ist, sind die Egg Tarts. Kleine Törtchen aus Blätter- oder Mürbeteig, gefüllt mit einer Eiercreme. Zugegeben die waren jetzt nicht ganz mein Geschmack, aber es gibt so viele kulinarische Highlights, dass für jeden was dabei ist.

Zwischen Garküche und Gourmet-Tempel

Neben all diesen leckeren Kuchen und Törtchen siehst du auch immer wieder die schrägsten Dinge wie riesige Wasserbecken gefüllt mit allmöglichen Arten der Unterwasserwelt, tausendjährige Enteneier, die eigentlich nur ein paar Monate alt sind, gebackene Hühnerfüße oder auch gebratene Ferkel im Schaufenster. Es gibt Garküchen an jeder Straßenecke und manchmal wird auch einfach nur die heimische Garage in einen Straßenimbiss verwandelt.

Wenn du nicht so experimentierfreudig bist, wirst du aber auch fündig werden. Die westliche Küche ist hier an jeder Ecke in Form von spanischen Tapas-Bars, italienischen Trattorias, französischer Haute Cuisine und sogar den hiesigen Fast-Food-Ketten vertreten. Eine Menge toller Restaurants gibt es im Stadtteil Soho auf Hongkong Island. Eins davon, das Iberico & Co. kann ich dir schon mal empfehlen.

Auch die Tapas-Bar im Shangri-La Hotel ist einen Besuch wert. Wir waren sogar zwei Mal dort. Allerdings musst du hier mit westlichen Preisen rechnen. Wir haben bei unserem ersten Besuch knapp 60 Euro und beim zweiten Mal sogar fast 80 Euro dort gelassen.

Wirklich gut kannst du auch beim Japaner in der Shopping Mall Hollywood Plazza in Sha Tin essen. Für umgerechnet 15 Euro bekommst du ein umfangreiches Menü das vor deinen Augen frisch zubereitet wird.

Weitere Restaurant-Tipps findest du auf dem wirklich tollen Food-Blog Hungry Hongkong.

Mid-Level-Escalator – Die längste Rolltreppe der Welt

Wenn du in Soho bist kommst du am Mid-Level-Escalator nicht vorbei. Die längste überdachte Rolltreppe der Welt verbindet die Stadtteile Central mit den Mid-Levels, einer Wohnsiedlung in der überwiegend Reiche oder hier im Ausland arbeitende Menschen wohnen. Von morgens 6:00 bis 10:00 Uhr fährt die Rolltreppe abwärts, damit die Anwohner der Mid-Levels die 135 Höhenmeter zur Arbeit schneller bewältigen können. Ab 10:30 Uhr bis Mitternacht ist es umgekehrt. Zu dieser Zeit sind auch die meisten Touristen hier unterwegs. Von der Rolltreppe aus hast du eine tolle Sicht auf die tiefer gelegenen Straßen und teilweise auch Einblicke in einige Fenster der Geschäfte oder Wohnhäuser.

Hongkong – Das Shopping-Paradies

In Hongkong verteilt findest du unzählige Shopping Malls wie The Landmark, Pacific Place und die IFC Mall im Central, Harbour City in Tim Sha TsuiTimes Square Shopping Mall und das SOGO in Causeway BayFestival Walk und Elements Hongkong in Kowloon und das Hollywood Plazza in Sha Tin.

Von Luxusbrands wie Gucci, Chanel und Prada über die üblichen Verdächtigen wie H&M, Mango und Zara ist hier alles vertreten. Jedoch lass dir gesagt sein, das du hier nicht unbedingt Schnäppchen machen kannst. Bis auf wenige Ausnahmen im Elektronikbereich, kosten die Markenartikel genau so viel wie in Deutschland, eher noch mehr.

Falls du aber vorhast, dir ein iPad zuzulegen, kann ich dir grünes Licht geben. Mein Freund hat sich im Apple Store in der ifc Mall für umgerechnet 369 € ein iPad 5 mit Retina Display gekauft, was somit knapp 100 Euro günstiger war, als im deutschen Apple Store. Du musst hier auch keine Angst wegen der Garantie oder Spracheinstellung haben. Die Garantie gilt weltweit und du kannst natürlich auch den deutschen Sprachmodus auswählen. Ansonsten ist es noch wichtig für dich zu wissen, dass du bis 470 Euro Ware steuerfrei aus Hongkong nach Deutschland einführen darfst.

Zu den schönsten Einkaufsmöglichkeiten gehört das Heritage 1881, an dem wir auf unserem Weg von der Moody Road zum Star Ferry Pier fast täglich vorbei kamen. Hier lohnt es sich allein schon wegen der viktorianischen Architektur und dem wunderschön angelegten Vorhof einen kurzen Stopp einzulegen.

Wenn du es lieber etwas kleiner und übersichtlicher magst braucht nur durch die Straßen zu ziehen und findet ein Geschäft neben dem anderen. Darunter auch Apotheken, die allmögliche Heilkräuter und getrockneten Fisch anbieten, Obststände und traditionelle Handwerkskunst.

Flower Market, Bird Garden und Goldfish Market

Oder du besuchst einen der vielen skurrile Märkte wie den Flower Market wo du nichts anderes bekommst als Blumen, den Bird Garden wo es alles für den Vogelliebhaber gibt oder den Goldfish Market.

Singvögel sind besonders beliebt bei den chinesischen Männern, jedoch löste der Anblick der niedlichen gefiederten Gesellen in den aufeinander gestapelten Käfigen in mir eher Wut aus. Zuhause habe ich darüber recherchiert und ich kann dir versichern auch in Hongkong sind Tierschützer aktiv. Vorm Bird Garden finden regelmäßig Demonstrationen für eine artgerechte Tierhaltung statt. Das finde ich gut und ich hoffe, dass sich hier bald etwas ändern wird.

Meine Gedanken zum Schluss

Wenn du alle Artikel von Hongkong gelesen hast, weist du nun wieso ich diese Stadt so aufregend und toll finde. Hongkong ist so vielseitig und bietet für jeden Geschmack genau die richtige Auswahl. Meiner Meinung nach eignet sie sich hervorragend als Einstieg in die asiatische Welt, ohne gleich einem totalen Kulturschock zu erliegen. Die Stadt ist zum einen sehr westlich geprägt, man kann sich mit Englisch sehr gut verständigen und du findest hier alle Annehmlichkeiten, die du auch sonst in Europa gewohnt bist.

Andererseits ist die Stadt geprägt von Traditionen und du erhältst einen ersten Einblick in eine Kultur, die sich von unserer unterscheidet, lernst andere Gewohnheiten kennen und kannst dich langsam an diese andere Welt herantasten. 

Ich hoffe dir hat meine Hongkong Reihe gefallen, du hast einen Überblick über diese wirklich tolle Stadt erhalten und konntest vielleicht noch den einen oder anderen Tipp für dich nutzen. Schreib mir deine Meinung doch einfach in die Kommentarbox. Ich freue mich über dein Feedback.

Wenn du jetzt Lust auf mehr bekommen hast, dann werfe doch mal einen Blick in meinen Artikel Ein Stück Berlin für jeden und erfahre was ich an Deutschlands Hauptstadt so mag.

6 Kommentare:
  1. I am visiting Hong Kong now, just finished a week here and have found your posts very helpful. I visited a number of the places you suggested in fact, all were great!

    Basil

    Basi · Mai 13, 2016
    • Hi Basil,

      I’m glad to hear this. Thank you so much four your wonderful feedback. Hong Kong is just awesome and I wish you a great time there. And if you experience something I haven’t written about, then feel free to write it in the comments :-). I look forward to your photos on Instagram.

      Cheers Nicole

      Nicole Manstedt · Mai 14, 2016
  2. Schade, dass die Blogreihe über Honkong schon zu Ende ist. Hat Spaß gemacht.

    Marco Keuthen · Mai 10, 2016
    • Marco, das geht runter wie Öl 🙂 Ich freue mich total, das dir die Reihe gefallen hat und hoffe, dich auch mit den nächsten Artikeln begeistern zu können.
      Wünsche dir einen tollen und sonnigen Tag.

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Nicole Manstedt · Mai 11, 2016
  3. Super good article you have written about Hong Kong with very beautiful and inspiring image. Good work, Nicole!
    We are quite fond of Hong Kong and as you write, it is Asia without getting a culture shock. The city is diverse and has so much to offer and in your article you’ll really get well around the things, that are exciting about the city.
    Thank you for taking and back to Hong Kong and have an amazing Sunday:-)

    OnTrip.dk · Mai 08, 2016
    • You’re so kind friends :-). Thank you very much.
      Wish you a wonderful day.

      Nicole Manstedt · Mai 11, 2016

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