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Hermitage Amsterdam – Willkommen im Goldenen Zeitalter

Nicole Manstedt · 14.09.2016 · Amsterdam, Europa, Holland

Direkt an der Amstel liegt die Hermitage Amsterdam, einer der größten Ableger des weltberühmten Kunstmuseums in Sankt Petersburg. Die Hermitage Amsterdam organisiert in der Regel zwei Ausstellungen pro Jahr zu einem ausgewählten Thema.

Inhalt

  1. Die feine holländische Gesellschaft
  2. Garten und Cafe
  3. Das Leben von Katharina der Großen
  4. Meine Gedanken zum Schluss

Die feine holländische Gesellschaft

Für die Ausstellung Portraits Galerie des Goldenen Zeitalters, die du im linken Flügel des 324-jährigen Gebäudes der Hermitage Amsterdam findest, hat sie 30 riesige Portraitsbilder aus dem 17. Jahrhundert zusammen getragen und berichtet in einer audiovisuellen Präsentation vom Leben der Amsterdamer Elite. Die Gemälde wurden unteranderem vom Rijksmuseum und Amsterdam Museum zur Verfügung gestellt.

Im Fokus stehen Franz Banninch Cocq, Elisabeth Reael, Isaac Commelin und Pieter Hasselaer, die, wenn im großen Saal das Licht gedämmt wird und du deinen Audioguide am ersten Aktivierungspunkt gestartet hast, von ihrem Einfluss auf die Stadt und ihrem gut organisierten System erzählen.

Während ganz Europa unter den Königen und dem Adel aufgeteilt ist, geben in Holland die reichen Bürger der feinen Gesellschaft den Ton an. Kommt man aus gutem Hause, begleitet man hohe Ämter und regiert die Städte.

So auch Frans Banning Cocq, ein Mitglied des mächtigen Amsterdamer Regentenpatriziats, den du als Hauptmann auf einem der berühmtesten Gemälde der Welt wieder findest: die Nachtwache von Rembrandt van Rijn. Die dunkle Geschichte, die um Rembrandts Gemälde rankt habe ich schon erzählt und obgleich es ein Mythos ist oder vielleicht auch nur Fiktion, passen sich die Geschichten in der Porträt Galerie hervorragend in die Inszenierung von Peter Greenaway ein. Oder ist es vielleicht umgekehrt?

Ein weiterer angesehener Bürger von Amsterdam war Isaac Commelin. Seine Familie flüchtete nach der Enthauptung von Isaacs Großvater wegen ihres calvinistischen Glaubens nach Amsterdam. Hier herrscht Glaubens- und Meinungsfreiheit. Isaac macht sich als Buchdrucker und Historiker einen Namen und bringt mehrere Werke über die Stadt und die niederländische Ostindien-Kompanie raus.

Selbst durch gut gewählte Ehen und Beziehungen konnte man sich in der Amsterdamer Oberschicht etablieren. So auch Pieter Hasselaers, der als Sohns eines Kaufmanns und Bierbrauers die Bürgermeisterstochter Aeghje Hooft heiratete und nach dem Tod des Schwiegervaters selbst 8 Mal das Amt des Bürgermeisters begleitete.

Auch Frauen sind an der Verwaltung beteiligt, wie die ehrwürdige Witwe Elizabeth Reael. Auf dem Gruppenportrait der Vorsteher und Vorsteherinnen des Alte Männer- und Frauen Hospizes von Nicolaes Pickenoy sitzt sie ganz links an der Seite und es sieht so aus als ob die Herren am Tisch das Sagen haben, jedoch können sie keine Entscheidung treffen ohne ihre Zustimmung. Die Männer kümmern sich um die Finanzen, Investitionen und das Personal, aber Elizabeth behält die Aufsicht. Keiner kann etwas kaufen oder bestellen, ohne das es zuvor von Elizabeth genehmigt wurde.

Garten und Cafe

Bevor du nun rüber in den rechten Flügel zur nächsten Ausstellung gehst, leg doch eine kleine Pause im großen Innenhof ein. Hier findest du das Café Restaurant Neva, die wunderbare kleine Snacks servieren, wie die leckeren Montaditos.

Das Leben von Katharina der Großen

Noch bis zum 15. Januar 2017 läuft die Ausstellung Katharina die Große – Selbst geschliffener Diamant der Hermitage.

Hier wird die Geschichte von Katharina der Großen erzählt und wie aus einem unbeholfenen kleinen Mädchen ein glänzender Diamant wurde.

Geboren als Sophia Augusta Frederike von Anhalt-Zerbst, reißt sie als 15-jähriges Mädchen mit ihrer Mutter nach Russland, um dort den russischen Prinzen Peter zu heiraten. Was als spannendes Abenteuer begann wandelte sich nach der pompösen und prachtvollen Hochzeit zum Alptraum. Prinz Peter zeigte keine Interesse an seiner jungen Frau, vielmehr noch bevorzugt er Trinkgelage mit den Soldaten der französischen Garde oder spielt mit Zinnsoldaten. Katharina ist die meiste Zeit sich selbst überlassen. Sie findet Trost in Büchern, bildet sich in Politik weiter und nutzte die Zeit um Russisch zu lernen.

Als 1761 Zarin Elizabeth stirbt greift sie nach der Macht. Sie lässt ihren verhassten Gemahl mit Hilfe ihres Geliebten Grigori Orlow beseitigen und wird tatsächlich 1762 zur Kaiserin von Russland gekrönt. 43 Jahre lang herrschte sie über das Land und macht Russland zur europäischen Großmacht. Sie gründete unteranderem die ersten Volksschulen und Gymnasien, startete viele Wohlfahrtsprojekte, eröffnete Asylantenheime und bringt die Pockenimpfung nach Russland.

21 Liebhaber soll sie gehabt haben, von denen auch ihre Kinder stammen und es kursieren kuriose Gerüchte über ihren geheimen Sexraum. Das alles ist aber natürlich nicht war. Oder vielleicht doch? Überzeug dicht selbst bei einem Besuch in der Hermitage.

Meine Gedanken zum Schluss

Die Hermitage Amsterdam ist ein wirklich schönes Museum, das dir einen guten Eindruck über das Leben und die Bräuche während des Goldenen Zeitalters oder über die Geschichte Russlands vermittelt. Die Ausstellungen sind toll aufbereitet, informativ und absolut sehenswert.

Informationen über das Museum:

Hermitage Amsterdam 
Amstel 51 1018 EJ Amsterdam 

Öffnungszeiten: 
täglich 10-17 Uhr 

Eintrittspreis: 
Erwachsene: 17,50 Euro 
Kinder (bis 11 Jahre): frei 
Audioguide: inklusive 
I Amsterdam City Card: frei

Wie gefällt dir die Hermitage in Amsterdam? Schreib es mir in die Kommentarbox.

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