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Hell erleuchtete Skyline von Hongkong Island bei Nacht mit vielen bunten Reklametafeln

Hongkong – Was diese Stadt so besonders macht

Nicole Manstedt · 03.02.2016 · Asien, China, Hongkong

Hongkong ist eine unglaublich faszinierende Metropole zwischen Tradition und Moderne. Auf der einen Seite stark westlich orientiert mit typischen Wolkenkratzern, riesigen Shoppingmalls, hohen technischen Standards und internationalen Einflüssen, und auf der anderen geprägt durch eine traditionelle Kultur mit Tempeln, Göttern, Aberglaube und Gewohnheiten, die auf uns Europäer eher befremdlich wirken. Wir gehen auf die Straße und sind eingehüllt vom urbanen Großstadtdschungel, Menschenmengen und dem lärmenden Verkehr, und ein paar Schritte weiter stehen wir plötzlich vor einem heiligen Tempel. Hongkong könnte nicht gegensätzlicher sein. Garküchen sprießen wie Pilze zwischen internationalen Restaurants aus dem Boden, kleine Handwerksbetriebe nehmen ihre Arbeit neben riesigen Einkaufscentern auf und immer wieder entdecken wir skurrile Märkte inmitten der Häuserschluchten.

Inhalt

  1. Die Ruhe in der Großstadt
  2. Eine der schönsten Skylines der Welt
  3. Victoria Peak und Peak Tram
  4. Perfekte Verschmelzung zwischen Ost und West
  5. Tagesausflüge zu den Outlying Islands
  6. Meine Gedanken zum Schluss

Die Ruhe in der Großstadt

Hongkong ist bunt und immer in Bewegung. Überall sind wir umgeben von riesigen Reklametafeln, die vor allem abends die Stadt in ein buntes Lichtermeer verwandeln. Trotzdem ist Hongkong nicht hektisch. Jedenfalls nicht so wie man es von einer Großstadt erwarten würde. Die Stadt strahlt eine unglaubliche Energie aus und ruht doch in sich selbst. Wir biegen in eine Seitenstraße ab und finden uns plötzlich in einer Dorfgemeinschaft mit vielen kleinen Geschäften, Obstständen, Apotheken und Handwerksläden wieder. Mitten in der Großstadt findet das Leben auf der Straße statt. Die Menschen feilschen, bleiben stehen um sich mit dem Verkäufer zu unterhalten oder sich die Ware anzusehen. Schaut man nach oben folgen die Augen unendlichen hohen Wolkenkratzern bis sie zum Himmel gelangen, aber hier unten ist es wie auf einem kleinen Markt.

Eine der schönsten Skylines der Welt

Jeden Abend schauen wir fasziniert auf die Skyline von Hongkong Island, allen voran den Turm des Two International Finance Centres (2 ifc), dem Tower der Bank of China und das Gebäude der HSBC. Da Wohnraum in Hongkong teuer ist, wird vor allem in die Höhe gebaut und so schaffen es weit mehr als 250 Skyscraper auf eine Höhe von fast 200 Metern. 

Kaum zu glauben, dass viele dieser Wolkenkratzer mithilfe von Bambusstäben aus den Boden gestampft wurden. Anstatt Gerüsten aus Stahl, werden die flexiblen Bambusstäbe mit Plastikbändern verbunden. Das kostet nur einen Bruchteil von den Stahlkonstruktionen, die wir in Europa nutzen, erfordert aber auch Risikobereitschaft und einen guten Gleichgewichtssinn. Man sieht diese waghalsigen Konstruktionen in der ganzen Stadt.

Wer es gerne etwas spektakulärer möchte, sollte sich abends um 8 Uhr an der Tsim Sha Tsui Promenade einfinden und kann von dort die Laser und Lichtershow Symphony of Lights bestaunen.

Victoria Peak und Peak Tram

Wir fahren mit der Peak Tram, die den Victoria Peak im 90 Grad Winkel erklimmt. Die Skyscraper kippen wie Kegel der Reihe nach um, was irgendwie ziemlich strange ist. Oben angekommen genießen wir erst mal die spektakuläre Aussicht auf den Victoria Harbour und das urbane Häusermeer. Wir hören nichts. Es ist noch früh am Morgen und nur wenige sind hier oben unterwegs. Wir bleiben stehen und genießen die Ruhe. Einfach mal Durchatmen und kurz innehalten. Das ist auch Hongkong.

Auf dem Morning Trail wandern wir zurück zum Central, vorbei an riesigen Bambushainen und Farnen, am Pinewood Battery, einem ehemaligen Stützpunkt der britischen Armee und immer wieder genießen wir die traumhafte Aussicht auf die Stadt oder das chinesische Meer. Unterwegs kommt uns ein Jogger entgegen, der während des Laufens ein Game auf seinem Handy zockt. Wie funktioniert das, ohne das der Mann über seine eigenen Füße stolpert? Wir müssen lachen. Hier ist einfach alles herrlich verrückt.

Perfekte Verschmelzung zwischen Ost und West

Wir laufen an netten kleinen Cafés vorbei, in der Auslage die tollsten Kreationen an Kuchen und Gebäck und gleich daneben starrt uns ein riesiger Fisch aus dem Schaufenster an. Man sieht immer wieder die schrägsten Dinge wie riesige Wasserbecken gefüllt mit aller möglichen Arten der Unterwasserwelt, tausendjährige Enteneier, die eigentlich nur ein paar Monate alt sind, gebackene Hühnerfüße oder gebratene Ferkel im Schaufenster. Es gibt Garküchen an jeder Straßenecke und manchmal wird auch einfach nur die heimische Garage in einen Straßenimbiss verwandelt.

Aber auch die westliche Küche ist hier an jeder Ecke in Form von spanischen Tapas-Bars, italienischen Trattorien, französischer Haute Cuisine und sogar den hiesigen Fast-Food-Ketten vertreten. Eine Menge toller Restaurants gibt es im Stadtteil Soho auf Hongkong Island, wo wir auch mit dem Mid-Level-Escalator – der längsten überdachten Rolltreppe der Welt fahren.

Chinesische und europäische Kultur gehen hier eine harmonische Koexistenz ein und machen Hongkong zu einer der spannendsten Großstädte der Welt. Hongkong ist für mich einfach die perfekte Verschmelzung von Ost und West

Tagesausflüge zu den Outlying Islands

Wir machen auch Tagesausflüge zu den vorgelagerten Inseln, von denen es so um die 240 Stück gibt. Wir besuchen den Big Buddha auf Lantau, gehen Wandern auf Lamma Island und machen einen Abstecher nach Macau, dem Las Vegas von China. Nicht um die Casinos unsicher zu machen, vielmehr probieren wir uns durch die unzähligen Essensstände, laufen über das kunstvoll verzierte Pflaster, vorbei an farbenfrohe Kolonialbauten und der Ruine von St. Pauls und bemerken auch hier wie eng das europäische Kulturerbe mit der chinesischen Tradition verwachsen ist.

Meine Gedanken zum Schluss

In Hongkong und um die Stadt herum gibt es so viel zu entdecken und zu unternehmen. Vieles probieren wir aus, für manche Dinge reicht einfach die Zeit nicht. Es war gut, 12 Tage einzuplanen, aber es hätten auch mehr sein können.

Wir hatten eine wirklich tolle Zeit in Hongkong, vollgepackt mit abenteuerlichen Erlebnissen, skurrilen Begegnungen, spektakulären Aussichten, außergewöhnlichen Menschen und jeder Menge an neuen Erfahrungen. Es ist genau dieser Mix aus Tradition und moderner Großstadt, Natur und Urbanität, der Hongkong so besonders macht.

Wie hat dir mein erster Artikel gefallen? Hab ich dich neugierig auf Hongkong gemacht? Ich freue mich über dein Feedback in der Kommentarbox.

Willst du mehr über diese großartige Stadt erfahren? Kein Problem, dann steig jetzt ein in meine Artikel-Reihe Faszination Hongkong und lese in Teil 1 Vorplanung und erste Schritte auf fremden Boden wie du dich auf diese tolle Stadt vorbereiten kannst.

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