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Lust auf Amsterdam

Lust auf Amsterdam? 10 Tipps für deinen Amsterdam Trip

Nicole Manstedt · 28.08.2016 · Amsterdam, Europa, Holland

Die Häuser stehen hier schief und krumm nebeneinander, Backstein in allen Farben, mit reichlich verzierten Giebeln und ordentlich Grünzeug auf den Fenstersimsen. Oftmals wild bewuchert. Manchmal verrückt, auch etwas surreal, aber richtig schön verträumt. Man findet kaum Balkone. Dafür Terrassen auf den Dächern, Stühle vor der Haustür oder eine Bank auf dem Gehweg davor. Von Jung bis Alt treibt es die Menschen vor die Tür, bis ans Ufer der Gracht oder aufs eigene Bötchen. Auf den Kanälen reihen sich die Hausboote aneinander, teilweise bewachsen wie der Amazonas, dazwischen Gartenstühle und Füße, die aus dem Dickicht ragen. Alle sind relaxt und genießen ihr Leben.

Wenn du nun Lust auf Amsterdam bekommen hast, verrate ich dir jetzt meine 10 Tipps für deinen nächsten Amsterdam Trip.

Inhalt

  1. Die I Amsterdam Card kaufen
  2. Ein Museum besuchen
  3. Einen Spaziergang im Vondelpark machen
  4. Auf der Gay Pride feiern
  5. Eine Grachtenrundfahrt machen
  6. In coolen kleinen Läden shoppen
  7. Einen Steakburger in der Foodhallen essen
  8. Einen Blick in den Königlichen Palast werfen
  9. Die Portugiesische Synagoge besuchen
  10. Amsterdam zu Fuss entdecken
  11. Meine Gedanken zum Schluss

1. Die I Amsterdam Card kaufen

Wenn du nicht nur durch die wunderschönen Grachten schlendern willst und dir auch das eine oder andere anschauen möchtest, lohnt sich die City Card auf jeden Fall. Die Eintritte für die Museen und Grachtenhäuser sind nicht gerade günstig. Für das Het Grachtenhuis zahlst du schon 12,00 Euro, der reguläre Eintritt im Stedelijk Museum beträgt 15,00 Euro und das Van Gogh Museum kostet sogar 17,00 Euro. Wenn du sehen möchtest, wie Rembrandt gelebt hat, musst du noch mal 13,00 Euro erübrigen und für eine Grachtenrundfahrt blätterst du rund 16,00 Euro hin. Hinzu kommen noch 12,50 Euro für das 48-Stunden-Ticket der öffentlichen Verkehrsmittel.

Die I Amsterdam Card für 48 Stunden kostet 75,00 Euro und ermöglicht dir freie Fahrt mit Bus und Bahn sowie den freien Eintritt in die oben genannten Sehenswürdigkeiten. Bei dieser Beispielsrechnung hast du schon 10,75 Euro gespart.

Natürlich kommt es darauf an, was dich interessiert und wie lange du in Amsterdam bist. Daher überlege dir vorher, was du dir anschauen möchtest und mach einfach eine ähnliche Rechnung auf. Wir hatten uns für diesen Trip sogar die 96 Stunden Karte für 95 Euro gegönnt und kamen auch auf unsere Kosten. Allerdings haben wir in den 4 Tagen auch einiges unternommen.

Mehr Informationen findest du auf der Website von I Amsterdam.

2. Ein Museum besuchen

Amsterdam hat die höchste Museumsdichte in Europa. Neben den berühmten Museen am Museumsplein und dem Anne Frank Huis findest du auch außergewöhnliche Museen wie das Katten-Kabinet oder das weltgrößte Taschenmuseum in der Herrengracht.

Wichtig zu wissen ist, das viele Museen bis auf wenige Ausnahmen bereits um 17 Uhr schließen. Auch im Hinblick auf eine sinnvolle Nutzung der I Amsterdam Card ist ein wenig Vorplanung also nicht verkehrt.

Das Van Gogh Museum und auch das Stedelijk Museum haben zum Beispiel jeden Freitag bis 22.00 Uhr geöffnet, während das Rijksmuseum bereits um 17 Uhr schließt.

Ich würde dir aber trotzdem empfehlen, einen Besuch in den großen Museen am Museumsplein gleich morgens, wenn sie öffnen, einzuplanen. Gerade beim Van Gogh oder dem Rijksmuseum wird der Andrang gegen Mittag größer, während du dem Het Grachtenhuis, Van Loon Museum oder Willet-Hoythuisen Museum auch nachmittags entspannt einen Besuch abstatten kannst.

Noch ein kleiner Hinweis: Laut der I Amsterdam Card musst du dich im Van Gogh Museum nicht in die Warteschlange einreihen und kannst direkt ins Museum gehen. Das stimmt aber nicht. Der Eingang wurde nach der Eröffnung des Neubaus hinter das Museum verlegt, wo es zwei Reihen gibt – die Yellow Line für alle mit Museums Card, I Amsterdam Card und anderen Vouchers und die Green Line, für alle, die noch ein Ticket kaufen müssen.

Obwohl wir bereits vor 9 Uhr da waren, hatte sich bei beiden Reihen schon eine kleine Schlange gebildet. Zudem hat das Museum nicht pünktlich geöffnet, sodass wir letztendlich doch eine halbe Stunde warten mussten. Dafür hat es sich aber absolut gelohnt.

3. Einen Spaziergang im Vondelpark machen

Nach soviel geballtem Wissen mach doch einen Spaziergang im nahe gelegenem Vondelpark. Vom Rijksmuseum bist du in knapp 10 Minuten rüber gelaufen. Bei sonnigem Wetter such dir ein schattiges Plätzchen und setzt dich auf die Wiese am See oder trink einen Kaffee in einem der vielen Cafés.

4. Auf der Gay Pride feiern

Jedes Jahr am ersten Wochenende im August wird Amsterdam zur Hauptstadt der Freude und Liebe. Menschen aus allen Altersgruppen kommen zusammen, tanzen auf den Straßen, feiern und haben Spaß. Ein riesiges Straßenfest, verlängerte Öffnungszeiten in Bars und Kneipen, Getränke dürfen an der Straße ausgeschenkt werden, Musik und jede Menge andere Veranstaltungen.

Höhepunkt der Gay Pride ist die Canal Parade auf der du eine lange Bootsparade durch die Amsterdamer Grachten bestaunen kannst. Bunt geschmückte Boote, extravagante Outfits – ein riesiger Karnevalsumzug auf den Kanälen von Amsterdam.

Der Begriff Gay Pride stammt aus der LGBT-Bewegung und steht für einen stolzen und selbstachtenden Umgang mit der eigenen Sexualität. Es ist aber völlig egal ob du schwul, lesbisch, bi oder hetero bist. Misch dich einfach unter die Leute, schau dir die bunte Parade an und hab einfach Spaß.

Dieses Jahr fiel die Veranstaltung mit der Euro Pride zusammen, die seit 20 Jahren immer in einer anderen großen Stadt in Europa stattfindet. Noch größer angelegt als der Christopher Street Day finden zwei Wochen lang in der ganzen Stadt verteilt kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte statt. Eine ganze Stadt im Ausnahmezustand unter dem Motto „We are proud“.

Soviel Toleranz und Offenheit macht einfach Lust auf Amsterdam!

5. Eine Grachtenrundfahrt machen

Natürlich darf auch eine Fahrt durch die charmante Altstadt, den idyllische Grachten vorbei an den stattliche Herrenhäuser und den bunten Hausbooten bei einem Amsterdam Besuch nicht fehlen. Hier hast du mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. In der I Amsterdam Card inkludiert sind die Rundfahrten der Betreiber von Holland International, Canal Company, Blue Boat, Rederij Kooij, Rederij Plas und Lovers. Für die Hop-on Hop-off-Tour von Canal Bus bekommst du einen Rabatt. Bei all diese Anbieter erhältst du in der Regel auch einen Audioguide in deiner Sprache und bekommst so noch mal interessantes Hintergrundwissen über die Stadt.

Wusstest du das Amsterdam mehr Brücken hat als Venedig? Tatsächlich sind es mehr als 1.280 Brücken, während Venedig nur um die 400 Stück hat. In ganz Europa liegt Hamburg mit über 2.500 Brücken auf Platz 1, gefolgt von Wien mit über 1.700 Brücken und Berlin mit ca. 960 Brücken. Venedig kommt nach Amsterdam erst auf Platz 5. Wer hätte das gedacht.

6. In coolen kleinen Läden shoppen

Was ich an Amsterdam so mag, sind die vielen coolen Vintage-Läden, Second-Hand-Shops und Boutiquen mit ihrem individuellem Charme. Wenn du durch die gepflasterten Straßen läufst entdeckst du zwischen den wild bewucherten Eingängen der stattlichen Herrenhäuser immer wieder kleine Geschäfte, die zum Reinkommen und Stöbern einladen. Alles immer wunderschön dekoriert, Stühle mit Lammfell vor dem Eingang, große Blumenkübel davor und in den großen Schaufenstern hübsche Wohnaccessoires, Antiquitäten, Papeterie, Designerlampen, Porzellan aus dem 17. Jahrhundert oder coole Klamotten von niederländischen Designern. Nichts von der Stange, sondern unabhängige Designerlabel, hippe Szene-Boutiquen und entzückende kleine Vintage-Läden.

Alt eingesessene Kunsthandlungen und Antiquitätenhändler reihen sich an Coffee Shops und Hippie-Läden. Zwischendrin findest du immer wieder nette Cafés und Juice Bars mit Holzbänken vor der Tür, wo du dich mit einem leckeren Smoothie in der Hand in die Sonne zum Relaxen setzen kannst. Einen netten Plausch mit dem Ladenbetreiber gibts dann auch mal kostenlos dazu.

Viele tolle Geschäfte findest du in der Haarlemerstraat und in den 9 Straatjes im Stadtteil Jordan. Natürlich gibt es auch die üblichen Verdächtigen wie Zara, Top Shop, River Island oder H&M in Amsterdam und das Beste ist, die Geschäfte in der Innenstadt haben auch sonntags geöffnet.

Na wenn das keine Lust auf Amsterdam macht!

7. Einen Steakburger in der Foodhallen essen

Vielleicht hast du nach deiner Shopping-Tour Hunger bekommen. Wie wär’s da zum Beispiel mit einem leckeren Steakburger aus saftigem Black Angus Filet, knackigem Salat und frischen Kräutern von Entrecôte Mobiel. Entrecôte Mobiel findest du in der Foodhallen am Bellamyplein 51. Foodhallen ist ein Konzept ähnlich wie der Food Market auf der Papirøen in Kopenhagen. In einer Halle findest du rund 20 Stände mit Streetfood, Tapas, Sushi, holländischen Käse, mediterrane Delikatessen und anderen leckeren Sachen.

8. Einen Blick in den Königlichen Palast werfen

Der 350 Jahre alte Palast war ursprünglich das Rathaus von Amsterdam, bis Louis Bonaparte den vom Architekten Jacob van Campen entworfenen Prachtbau des niederländischen Klassizismus als seinen neuen Wohnsitz beanspruchte. Später mit der Krönung von Willem I, im März 1814 ging das ehemalige Rathaus fest in den Besitz der niederländischen Königsfamilie über, die den Palast noch heute für Staatsempfänge und Familienfeiern nutzen.

Wirklich beeindruckend ist die imposante Bürgerhalle mit ihrem mosaikverziertem Marmorboden, den wunderschönen Fresken an der Decke, den gewaltigen Kerzenleuchtern und dem mächtigen Atlas auf dessen Schultern die Welt liegt. Im Gegenüber steht Justitia, die Mutter der Gerechtigkeit. Der ehemalige Ratssaal ist mit seinen 6 Metern Länge und 18 Metern Breite, einer der größten Europas.

In weiteren Räumlichkeiten erhältst du Einblicke ins Goldene Zeitalter bis ins royale 19. Jahrhundert. Darunter die Empiremöbel, die König Luis bei seiner Abreise zurück ließ und riesige Gemälde, die von Schülern Rembrandt’s stammen.

Du kannst den Palast auf eigene Faust erkunden oder dich zu einer Führung anmelden. Im Eintrittspreis von 10 Euro ist aber schon der Audioguide enthalten, mit dem du dich durch die einzelne Räume führen lassen kannst und sehr ausführliche und spannende Informationen über die Geschichte des Palasts, die frühere Nutzung der Räumlichkeiten und dem Systems der Rechtsprechung erhältst.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen und Führungen erhältst du auf der Seite des Palais op de Dam.

9. Die Portugiesische Synagoge besuchen

Die Portugiesische Synagoge, kurz Esnoga genannt, stand gar nicht auf meiner Must-See-Liste und habe ich eher durch Zufall entdeckt. Wie sich herausstellte ein wunderbarer Glückstreffer.

Von außen relativ unscheinbar, eher wie eine Fabrikhalle, betrittst du nach dem Bezahlen des Eintritts von 15 Euro den Vorhof und stehst vor dem eigentlichen Eingang des Gotteshauses. Geschützt von hohen Backsteinmauern, hinter der sich weitere Räumlichkeiten verbergen, die du auf eigene Faust und mit Unterstützung des kostenlosen Audioguides erkunden darfst.

Die Esnoga

Die im Jahr 1675 durch Juden, die aus Spanien und Portugal in die Niederlande geflohen sind, errichtete portugiesische Synagoge gehört zu den größten Synagogen Europas.

Im Inneren stützen barocke Säulen aus Stein die mit Holz verkleidete Decke. Überall stehen hölzerne Bänke und an der rechten und linken Wand befindet sich jeweils eine türkisfarbene Balustrade mit goldenen Einsätzen auf denen früher die Frauen dem Gottesdienst beiwohnten.

Ursprünglich saßen im traditionellen Judentum Männer und Frauen getrennt voneinander. In den hinteren Reihen, hinter einem Vorhang oder einer Wand. Manchmal wie in der Esnoga auf einem Balkon. Mit Beginn der Emanzipation wurde die Separierung in der Synagoge aber weitestgehend abgeschafft. Heute bekleiden Frauen hohe Ämter in den Gemeinden.

Dein Blick wird sicherlich auch auf die massive Holzkonstruktion an der Südseite der Synagoge fallen. Hier befindet sich das Herzstück des Gotteshauses, der Toraschrein. Direkt davor zwei alte zerschundene Sofas. Sie sind der Gemeinde zugewandt und für den Synagogenvorsteher und angesehene Gemeindemitglieder vorbestimmt.

Was ich auch interessant fand, ist dass die Synagoge weitestgehend auf Heizung und elektrisches Licht verzichtet. An der Decke hängen große Kerzenleuchter und überall stehen goldene Kerzenständer auf den Geländern und Tischen. Das muss ein beeindruckendes Bild ergeben, wenn die Synagoge abends im Glanz der unzähligen Kerzen erstrahlt.

Der Rundgang

Draußen entlang der Grundmauern hängen Infotafeln an jeder Tür, die über Besonderheiten der Synagoge und des jüdischen Glaubens informieren. Du findest hier Mehrzweckräume, die unter anderem für Rechtsfälle und Gemeindeveranstaltungen genutzt werden, eine Mikwe zur rituellen Reinigung, einen Kerzenraum und einen kleinen Gebetsraum, der im Winter genutzt wird.

Im Keller des Gebäudekomplexes befindet sich die Schatzkammer, in der Reliquien und Gegenstände des jüdischen Gottesdienstes ausgestellt sind, die immer noch genutzt werden.

Alle Riten und Bräuche werden hervorragend erklärt, so dass sich auch einem Laien ein Verständniss für die jüdische Religion ergibt. Für mich eine interessante und lehrreiche Erfahrung, die ich dir unbedingt ans Herz legen möchte.

Übrigens mit der I Amsterdam Card ist der Besuch der Esnoga kostenlos. Ebenso der Eintritt ins nahegelegene Jüdisch Historische Museum und in das Holocaust Museum, wo du weitere Informationen über das jüdische Leben und Geschichte in Amsterdam erhältst.

10. Amsterdam zu Fuss entdecken

Amsterdam entdeckst du am besten zu Fuss. Gerade wenn du das erste Mal hier bist, gibt es einfach nichts schöneres als durch die Grachten zu schlendern und spontan dass zu tun, wozu du gerade Lust hast.

Bei Tag

Zum Beispiel in eine Galerie gehen, über den Bloemenmarkt bummeln, sich einen leckeren Erdbeerkuchen mit Sahne gönnen oder sich einfach an eine Gracht setzen und die Füße baumeln lassen.

Am Abend

Auch abends bietet dir die Stadt viele tolle Perspektiven wie die beleuchteten Grachtenhäuser, die sich in den Kanälen spiegeln oder auch das beliebte Rijksmuseum. Wenn du gerne fotografierst wirst du auf deiner Tour garantiert einige tolle Motive finden.

11. Meine Gedanken zum Schluss

Amsterdam ist eine einzigartige Stadt. Unkonventionell, tolerant und originell. Ein bunter, lebensfroher Mix aus historischer Atmosphäre und dem coolen Flair einer modernen Großstadt. Egal ob du gerne ins Museum gehst, das Amsterdamer Nachtleben erkunden möchtest oder Lust auf eine ausgedehnte Shopping-Tour hast – Amsterdam hält auch für dich das passende Programm bereit.

Was sind deine Tipps für Amsterdam? Schreib es in die Kommentare.

2 Kommentare:
  1. Thank you for the great photos and tips, now I can’t wait to go there. 🙂

    Rale · September 11, 2016
    • Hey Rale, I am always looking forward to your kind comments. Thank you so much.
      Yes Amsterdam is really beautiful. I am already excited how you’ll like the city if you’ll visit Amsterdam.
      Have a wonderful weekend my dear friend 🙂

      Nicole Manstedt · September 11, 2016

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